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Die Altenhagener Brücke ist den Menschen aus Hagen und auch überregional bekannt. Sie ist 40.000 Autofahrern täglich ein Begriff, als schnelle Verbindung zur A1, als Verkehrsknotenpunkt in der City, als Tor in den Stadtteil - oder auch als städtebauliches Ärgernis. Die Brücke selbst, "Ebene 2" (offizielle verkehrstechnische Bezeichnung des Bauwerks), ein dominantes Bauwerk aus den siebziger Jahren, trennt als Hochbrücke den Stadtteil Altenhagen vom Zentrum der Stadt Hagen. Das monumentale Bauwerk fällt zwangsläufig in den Blick aller, die den Hauptbahnhof passieren und in die Stadt von Nordwesten aus herein fahren. In einer dicht besiedelten Umgebung gelegen, führt diese schnelle Verbindungsstraße nur wenige Meter an den angrenzenden Wohnhäusern vorbei und ermöglicht Blicke bis in die Wohnungen der Anwohner in der ersten und zweiten Etage der Häuser.
Menschen aus 82 Ländern leben dicht gedrängt mit und um die Brücke. Etliche sind dort groß geworden und haben sich mit dem verbauten Blick oder dem Einblick der Autofahrer in ihr Wohnzimmer arrangiert. Gefragt wurden sie nie, wie es sich dort lebt, woher sie kommen, wovon sie träumen, wonach sie sich sehnen. Milica Reinhart, Künstlerin aus Hagen und gebürtige Kroatin, und Marjan Verkerk, Künstlerin aus Amsterdam, fragten nun im Rahmen des Kunstprojektes Die Sehnsucht nach Ebene 2 Menschen, vor allem die Frauen, aus Marokko, Kenia, Nigeria, aus Griechenland, der Türkei, aus Bosnien, Serbien und Portugal, Polen, Russland, Italien, Deutschland und Brasilien nach ihrer Geschichte und nach den Farben ihrer Heimat und Erinnerung. Zum ersten Mal stehen nun die Menschen in diesem Viertel, ihre Geschichten, ihre Erinnerungen und ihre Zukunftsvorstellungen, im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
Die Altenhagener Brücke steht im Mittelpunkt des Konzeptes, um diesem Bauwerk eine neue ästhetische Qualität, eine neue städtebauliche Integration und damit eine neue Bedeutungsebene zu geben. Diese Bedeutung wird nicht nur für die Stadt Hagen wichtig sein, sie wird Beispiel sein "Brücken zu schlagen" zwischen den deutschen und migrierten Bevölkerungsgruppen und die Entwicklung von Verständnis zwischen ihnen, wie sie in vielen Stadtteilen der meisten Städte von Deutschland und Westeuropa zusammenleben. Dieses Projekt will so ein "übertragbares" Beispiel sein für die künstlerische und partizipative Umgestaltung in anderen Orten. Das einfache und leicht verständliche Gestaltungskonzept hinterlässt auch "auf die Schnelle" einen starken Eindruck.
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