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Die Künstlerinnen Milica Reinhart/Hagen und Marjan Verkerk/Amsterdam haben im Laufe von vier Jahren das Kunstprojekt "Die Sehnsucht nach Ebene II" für die Hochbrücke in Altenhagen entwickelt. In diesem Hagener Viertel leben Menschen aus 82 Nationen. Milica Reinhart und Marjan Verkerk führten Interviews mit den Anwohnerinnen und befragten sie nach den Farben ihrer Erinnerung. Ihre Farben und Handschriften sind für die beiden Malerinnen Ausgangspunkt für den Entwurf einer künstlerischen Umgestaltung und Lichtinstallationen an der Brücke. Die Altenhagener Brücke wird so zum Symbol für Verständigung der Menschen und Kulturen, im Stadtteil, in Hagen, in der Region, aber auch für vergleichbare Lebenssituatione in vielen anderen europäischen Städten.
Zum ersten Mal treten diese BewohnerInnen an die Öffentlichkeit und berichteten interessierten Besuchern ihre Geschichten und Lebensverläufe. Und sie entdecken im Laufe dieses Prozesses, dass sie mit ihren Geschichten nicht allein sind, sondern dass viele von ihnen vergleichbare Entwicklungen hinter sich haben, die sie nun auch weiterhin austauschen wollen.
Dieser öffentliche Prozess inspirierte zahlreiche Künstlerinnen und Künstler in Hagen, sich ebenso mit dem Thema Zuwanderung zu beschäftigen und so entstanden spannende neue Projekte: Das Kinder- und Jugendtheater nahm das begeisterte Publikum mit auf eine Reise und Suche nach Liebe, Anerkennung und Respekt, den Lebensfragen der jungen Migranten im Viertel, gespielt von 22 Schülerinnen und Schülern der Hauptschule im Viertel. Ricardo Fernando, Ballettdirektor der Stadt entwickelte mit seiner Compagnie das Stück "Station der Hoffnung", der türkische Filmemacher Özgur Arslan den Film "Die Schatten der Ebene 2" und viele junge Menschen beteiligten sich an von Gandhi Chahine organisierten Rap-Workshops und Konzerten.
Der Prozess der Vorbereitung und der Kommunikation des Projektes Die Sehnsucht nach Ebene 2 mit all den Begleitprojekten in Hagen macht eines deutlich: Die Sehnsucht nach Ebene 2 zeigt die Vielfalt, Initiative und Kompetenz von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, mobilisiert mit unterschiedlichen Methoden die Menschen in der gesamten Stadt und belegt, dass dieser künstlerische Prozess beispielhaft eine neue Lebensqualität, ungewohnte Begegnungen und eine lebhafte Verständigung ermöglicht.
Koordiniert wird das Projekt Die Sehnsucht nach Ebene 2 von Tina Jerman/EXILE-Kulturkoordination in Essen, einer Agentur für interkulturelle und internationale Kunstprojekte (www.exile-ev.de), in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Hagen.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, sowie lokale Untenehmen unterstützen die Realisierung des Projektes tatkräftig mit Geld- und Sachspenden und Know How. Auch überregional ist man auf das Hagener Projekt aufmerksam geworden: Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt und das auch Kulturhauptstadt-Büro Ruhr.2010 zeigt Interesse. Fritz Pleitgen, der Geschäftsführer urteilte, dass das Projekt vorbildlich in ihr Konzept der "Stadt der Kulturen" passe.
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