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aus Benin in Westafrika lebt seit 1983 in Deutschland. Im Alter von 26 Jahren kam sie mit ihrem Mann, den sie in Afrika kennen gelernt hat, nach Hagen. Jetzt ist sie 50 Jahre alt.

... Vielleicht gehen wir irgendwann mal nach Afrika zurück.
... Aber wichtig war immer, ihre, diese Lehmhäuser...diese roten sind das. Und das ganze Dorf ist so gebaut und teilweise baut Großmutter selber und sie repariert das...
... und wenn wir von dem Weg, von anderer Stadt in das Dorf gehen, sieht man nur diese Termitenhäuser, wie so kleine, wunderbare Architektur, ja. Das habe ich immer in Erinnerung ... diese Lehm, diese rote Lehm. Das ist so Terracottafarbe, diese natürliche…
… und diese Gelb-Orange. Das ist so ein Gelb-Orange-Farbe von diese Cashnewnuss. Diese Frucht. Großmutter sammelt das…
...und das Meeresblau, das zarte Babyblau...also, unser Zimmer war Blau und wenn Licht dazu kommt, war so´n helles Blau. Das Meer ist ja nicht Blau es ist Weiß und Blau...
...diese Meer verbindet mich mit meine Vater. Mein Vater war ja nie da. Der ist immer gereist. Und da kam der mit diese Geschenke und Papa hatte immer nur Bordeaux-Sachen, ja? So Bordeaux hat er und diese helle Blau und diese schwarze Lackschuh, glänzend poliert, hat er uns immer gekauft. Er ist inzwischen schon gestorben, aber diese Blau, diese Meer und Papa, Sehnsucht...
stammt aus Bosnien, früher Jugoslawien. Mit 21 Jahren kam sie 1970 nach Deutschland, weil ihr Ehemann als Monteur in Deutschland arbeiten musste. Anfangs dachten sie, sie blieben nur vorübergehend.
Inzwischen ist Zuhra 57 Jahre alt, hat zwei Kinder und in verschiedenen harten Jobs am Fließband und in der Gastronomie gearbeitet.

...Die schönste Erinnerung... Hellblau!. Meine Eltern hat 7 Kinder gehabt. Ich bin zweite Kind und sofort nach die Schule in Berufsschule gekommen als Verkäuferin.
...Mein Vater war, wie man sagt, Kohle bergen und seine Lohn damals war genauso groß wie meine erste Lohn. , da war meine Herz so voll. So Glück, dass ich erste Geld nach Hause bringe.
...Ich bin mit der Tüte nach Hause gegangen. Ich hab das zu meine Mutter geben und sie hat geweint
...Und 2 Tage da hat mir Mutti gesagt, ich hab eine Überraschung für dich. Sie bringt mir den Stoff. Der war hellblau und der war so schön und sie hat ein Kleid genäht. Da war so helles blaues Kleid mit einem weißen Kragen und war der Moment, das für mich so groß...
...Und schlechte Erinnerung war, wann der Krieg war in Bosnien. Für die Farbe, die mit dem Krieg, denke ich nur so dunkel, dunkel, dunkel, so grau, schwarz. Keine Farbe, kein erfreuliche Farbe...
...aber da bei Oma war bei eine Nachbarn Kirschbaum. Und da sind wir Kinder mit den weiße Unterhemd geklettert über den Kirschbaum und die Kirschen... da war alles rot und der Mann hat gesagt: Mein Gott, was habe ich gemacht?! Die Kinder bluten!...
zog 1955 zusammen mit ihrem Ehemann nach Hagen, an die Altenhagener Brücke. Die Ebene 2 gab es da noch nicht. Gertrud ist 81 Jahre alt und wurde in Kerrlach in Baden-Württemberg geboren.

...Da war ich erst acht Jahre alt, wo mein Vater gestorben ist. Und dann war meine Mutter mit acht Kinder und ein neues Haus gebaut, ja? Also, sie hat dann nachher, mit 45 Jahre noch mal geheiratet und zwar diesen bösen Kerl , ja. Und ..also, ich hab wirklich keine schöne Jugend gehabt...
...und ja, das hat auch mit Farben zu tun. Das ist.. Das ist die Fantasie, die daraus kommt, ja.
...Grün.. also, ..das mochte ich am liebsten... Dieses Grünliche, das feine Grün, ja. Nicht so grell. Aber jedenfalls grün...
...Für mich hat Grün irgendwie so eine Beruhigung. Wenn ich so richtig in Ekstase war, und so richtig wütend, ja, und ich hatte dann irgendwas..Ich hab mich ins Gras gelegt. Hach, was wär das schön, wärst Du jetzt irgendwo weit weg oder..so..so..diese Fantasien...
... oder, ich konnte mich dann auf den Rasen legen und den Ähren zugucken, wissen Sie, diese ockergelblich..den Ähren, wenn die da so ..richtig wiegten im Wind, das war für mich Poesie, ja...
... wenn der Wind da so leise da drüber ging, ja.. Und ich hab dann mitunter, wenn wir..wir hatten ja Butterbrot mitgenommen und lagen dann …am Wegesrand. Und dann haben wir uns immer ins Gras gesetzt,. Und dann konnte ich da stundenlang da, wenn das.., die Halme, wenn die so richtig am Wiegen waren, ja..Und dann war es für mich immer ein Gedicht. Und dann habe ich auch immer geschworen, da ich ja soviel arbeiten musste, nie im Leben würde ich nen Bauern heiraten, nie im Leben...
...Während des Krieges: Ja, Farbe die hab ich aber nur in der Uniform der Soldaten gesehen. .. Flieger ja. So blaugraue.., ganz toll. Das waren flotte Burschen, ja. Ich war richtig verliebt in diese Uniform...
... Ich hab sehr sehr viele Geschenke von ihm bekommen. Einmal, von Paris, hab ich einmal ganz ganz tolle Wäsche gekriegt, ja, Spitzenwäsche, bei uns gab´s ja nur Baumwolle…
... und zwar war die Orange...
...Die Zeit nach dem Krieg, ja.. Also die hässlichste Farbe, die ich da erinnern kann, die ich immer mit meinem Mann zusammenbrachte, war Braun... (lacht) Braun, ja. Weil er immer seine braune Sachen an hatte. Braune Krawatten, also..und das fand ich so hässlich, ja. Das war aber nichts für mich...Das war so Mittelbraun, so dieses hier ...
aus Portugal kam 1975 im Alter von drei Jahren nach Deutschland. In Portugal war der Vater arbeitslos, in Deutschland fand er Arbeit und holte die Familie nach Hagen.
Isabel Christina ist jetzt 33 Jahre alt, hat eine eigene Familie mit Mann und zwei Kindern und in Hagen ein Haus gebaut. Nach Portugal möchten sie nicht zurück.

... bis zum 20. Lebensjahr sind wir für 5 - 6 Wochen nach Portugal, wo die Schulferien waren, gegangen. Immer - jedes Jahr. Bis ich geheiratet hab...
Als Kleinkind bin ich mit meinem Onkel immer um 2:00 Uhr morgens auf einem Boot gewesen und dann haben wir immer das Meer gesehen. Das war immer Pechschwarz und dann, wenn wir zurück kamen, das war immer 05:00 Uhr morgens, war immer ganz hell. Dann wurde es Dunkelblau, dann heller Blau, dann, irgendwie war das Türkis und dann am Strand wurde das Braunblau.
... Ja, das sind schöne Erinnerungen, weil,... das Wasser ist durchsichtig, aber für uns war es Blau. Und da merke ich, mein Onkel hat immer diese Schichten aufgeteilt... weil, der kannte das Meer als Fischer und da hat er mir immer gezeigt, guck mal, jetzt ist richtig Schwarz, weil hier die tiefste Stelle und dann kommt immer heller, heller, heller bis zum ganz Hell...
...so kleine Krabben, immer wenn die frisch waren... ja, von den Farben auch so Orange-Rot, Rosa, solche Farben...
... Rosa! (lacht)... wie sagt man, wenn man eine Überraschung kriegt oder so, man sagt immer, mein Mann packt aus und ist rosa Schleife und immer so, so schöne helle grelle Farbe... und seitdem wir verheiratet sind, ist für mich das Hellste, was es gibt...
... Gibt es heller, als Grellgelb oder so? (Gelächter) Weiß! Weiß ist die schönste helle Farbe. Ja, wenn man so sieht, ist das die schönste helle Farbe für mich...
... So, wie wenn die Sonne gerade aufgeht, aufgegangen ist und strahlt sich richtig so in den Augen. So ist das. So schön ist das...
...man steht am Strand und dann sieht man am Horizont die Linie, unten ist alles dunkel und dann kommt dieser kleine rote Ball. Richtig Feuerrot und dann strahlt das so nach außen so Orange, Rosa...
... Das ist schön. Der eine Fleck ist Schwarz. Da möchte ich nichts mehr wissen. Ich geh lieber zum hellen Ton. Sozusagen. Ja. Und dann durch die Kinder, ist das schönste, was ich mach, was es geben kann...
... Türkis. Da ist eine Stelle, bevor das richtig hell wird, ist eine Stelle, wo diese großen Kieselsteine sind, dann ist das so Türkis. Richtig schön Türkis. Das strahlt einen durch die Sonne noch, noch intensiver ...
wuchs in einem kleinen Bergdorf in Serbien auf, etwa 200 Kilometer von Belgrad entfernt. Mit 14 Jahren zog sie 1975 zu ihrer Mutter nach Deutschland - zuerst nach Ennepetal, dann nach Hagen. Der Wechsel weg von den Großeltern, von einem serbischen Dorf in eine fremde, deutsche Stadt, in die Schule und ohne Sprachkenntnisse war für sie sehr schlimm. Jetzt ist sie 45 Jahre alt.

... Ja, für mich ist das wichtig. Wo ich groß geworden bin. Für mich ist das am schönsten, sind das die Berge...
... Die Berge waren heller und dunkelgrün. Das hat sich immer so gewogen. Weil das mehrere Berge sind und sind auch die Bäume überall. Man konnte immer Schatten finden. Da, ja. Das ist für mich das Schönste, was so geblieben ist. Grün ist das für mich die schönste Farbe. .
... Da hatte ich so ganz hellrosa Pullover. Das war mein Lieblingspullover...
... Weil ich das geschenkt bekommen habe von meiner Oma und Opa. Die haben mich groß gezogen. Meine Oma und Opa.
... Und den Pullover habe ich immer noch Zuhause...
...Ein Hellrosa Pullover. Ganz hellrosa Pullover. Und den hab ich am liebsten und ich hab meistens alle Klamotten in rosa. Aber so ´ne Farbe find ich hier nicht wieder...
... So ´ne ganz, ganz helle rosa Farbe...
... Ganz schöne...
aus Vietnam kam im Alter von 6 Jahren im Oktober 1986 nach Deutschland. Ihre Familie stammt ursprünglich aus Nord-Vietnam, flüchtete aber während des Krieges in Vietnam in den Süden des Landes. Thuys Familie ist sehr groß. In Vietnam lebte sie zusammen mit den Eltern, sieben Geschwistern, Großeltern, Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins in einem riesigen Haus. Der älteste Bruder von Thuy und eine Tante kamen bereits 1980 als Boatpeople mit der Hilfsorganisation Cap Anamur nach Deutschland.
Jetzt ist sie 26 Jahre alt, hat ihr Abitur gemacht und studiert in Wuppertal Philosophie.

...wir hatten keine, keine Asphaltstraßen, sondern die Straßen waren einfach so lehmig und das ist ja so ein roter Lehm, so ein dunkles bräunliches Rot war das, es kam drauf an wie das Licht war und ob es nass war oder trocken, also ob es geregnet hat...
... wir hatten immer so schmutzige Füße, schmutzige, rote Füße...
...also, wenn ich an unser Haus in Vietnam denke, denke ich an,.... die Räume waren so türkis-grün, die Fensterläden außerhalb des Hauses waren auch türkis, eher türkis als grün.
... und dann sind wir in Frankfurt angekommen. Und das ist ja ein unheimlich großer Flughafen und es war auf einmal hell...es sind Farben die irgendwie so ein bisschen damit zu tun haben, dass es steril gerochen hat, ich habe ganz viele ältere Frauen, in so beigen Mänteln gesehen, in so cremefarbenen Mänteln, ich finde, das ist auch irgendwie so eine kalte Farbe, weil sie so hell ist, ist sie so kalt, finde ich...
...Der Begriff Heimat ist ein Thema für mich, das schon, aber ohne zu wissen, was es bedeutet, ist es ein Thema für mich.
Durch meine Mutter eben, weil sie hat Heimat immer mit einer Abwesenheit, und nie mit einer Präsenz von Heimat verbunden, mit einem Gefühl von Vermissen und so was. Aber das hatte ich damals irgendwie nicht gehabt...
....also die ersten Tage in Deutschland waren für mich total klasse, mein erstes Bad mein erstes Kaugummi, mein erstes Eis am Stiel, meine erste Puppe, mein erster Mantel, meine ersten festen Schuhe und solche Geschichten an so was kann ich mich erinnern.
...also mein Mantel, das war ziemlich cool, ich war wirklich völlig vernarrt in das Ding... . Und der war blau, so marineblau, so wie das blau auf deinem Schreibblock. Mir wurden von Jahr zu Jahr immer die Ärmel viel kürzer...
...und außer diesem blauen Mantel fand ich alles so in Rosa toll, wie andere kleine Mädchen; so dieses Minnimaus-Rosa. Ich hatte rosa Pantoffeln, wollte ein rosa Fahrrad. Rosa Ohrenschützer...
...unsere erste Wohnung in Deutschland kam mir irgendwie braun vor, aber das lag daran, weil wir solche bescheuerte Tapeten hatten, die waren schon völlig vergilbt irgendwie, aber da waren so Rehe drauf abgebildet, aber irgendwie nicht so.. da waren so Rehe irgendwie so stilisiert, so Bambi mäßig und dann immer so in Grüppchen und die waren natürlich braun...
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