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Wohin man schaut, überglückliche Gesichter: Das halbe Jahr der Arbeiten an der Altenhagener Brücke, das Kunstprojekt „Sehnsucht nach Ebene 2“ ist vollendet.
Die beiden Künstlerinnen und InitiatorInnen des Projektes Milica Reinhart/Hagen und Marjan Verkerk/Amsterdam und ihr internationales Mitarbeiterteam standen seit Juli 2008 täglich auf dem meterhohen Baugerüst. Bei Wind und Wetter haben sie die farblichen Erinnerungen von 38 Anwohnerinnen auf über 6.000 m² Beton an den Wangen der Brücke portraitiert. Die Arbeit hat sich gelohnt: Entstanden ist ein farbenprächtiges und eindrucksvolles Kunstwerk, das ein lebendiges Spektrum der Geschichten der Frauen und die Vielfalt des Hagener Stadtteils Altenhagen widerspiegelt.
Die beiden Künstlerinnen hatten im Vorfeld die Bewohnerinnen in einfühlsamen Interviews nach den Farben ihrer Erinnerungen gefragt. Die Frauen aus Marokko, Kroatien, Sri Lanka, Polen, der Türkei, aus Vietnam, Brasilien, Benin, aus Deutschland und vielen anderen Ländern erzählten ihre persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten, zusammen mit den damit verbundenen Farben. Faszinierende und schöne, aber auch traurige und ernste Geschichten, für die bislang kaum jemand ein offenes Ohr hatte. Das Viertel um die, vom Verkehr von mehr als 40.000 Autos täglich umtoste Brücke ist seit Jahrzehnten von Migration geprägt. Hier leben mittlerweile Menschen, manche vorübergehend, manche aber auch auf Dauer, aus 84 unterschiedlichen Ländern und geben dem Stadtteil seinen beeindruckend vielschichtigen Charakter.
Die aus diesen Erzählungen entstandenen Farbkompositionen befinden sich nun an der 450 Meter langen Hochbrücke, die eine gewaltige Schneise durch die Stadt schlägt. Nun, mit den Malereien von Milica Reinhart und Marjan Verkerk schlängelt sich „Sehnsucht nach Ebene 2“ als leichtes Farbband in das Stadtbild. Ergänzt wird das eindrucksvolle Farbspiel in der Dämmerung und der Nacht durch Leuchtschriften des Wortes „Brücke“, das nun, als Symbol für Verständigung in verschiedenen Sprachen und Handschriften in Neonschrift an der Brücke, die Umgebung in der Dunkelheit hell erleuchtet.
Das Kunstprojekt, organisiert in einer Kooperation der EXILE-Kulturkoordination und der Stadt Hagen, wurde gefördert von der Europäischen Union, dem Land Nordrhein-Westfalen, verschiedenen Stiftungen, besonders aber auch unterstützt durch umfangreiche Spenden und ein bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement von Firmen und Einzelpersonen. Allen Förderern und Spendern gilt unser ganz besonderer Dank!
Die Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO Kommission, für die das Projekt vorbildlich für den so notwendigen Dialogs der Kulturen ist, trägt ebenso dazu bei, wie die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 – die „Sehnsucht nach Ebene 2“ ist eines ihrer offiziellen Projekte -, das Projekt über die Grenzen von Hagen und der Region hinaus bekannt zu machen. Für die Zukunft sind nun interkulturelle Stadtrundgänge in dem Viertel und es liegen bereits einige Anfragen zu, auch internationalen Ausstellungen vor.
Weitere Informationen: www.sehnsuchtnachebene2.de
http://picasaweb.google.com/marjanverkerk/PresseauswahlPressphotosSehnsu...
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